FAQs – Fragen & Antworten
Sie fragen – wir antworten

Letztlich kommt es darauf an, wie wertvoll einem Anleger der Schutz des Klimas ist. Einige Investoren haben eine hohe Zahlungsbereitschaft für den Schutz der Umwelt, für andere ist eine um 0,1 Prozentpunkte verringerte Rendite bereits problematisch. Generell hängen die Kosten ganz wesentlich von den Emissionen der im Portfolio gehaltenen Unternehmen ab. Naturgemäß ist es günstiger, die Emissionen eines Portfolios nur so weit zu kappen, dass es kompatibel zum 1.5 Grad Erwärmungsziel wird. Ein Portfolio komplett klimaneutral zu stellen ist ambitionierter und auch kostenintensiver.
Wir bieten kein Produkt für den Massenmarkt an, sondern für umweltsensible, verantwortungsvolle Investoren, deren Zahl hoffentlich jedes Jahr zunehmen wird.
In der Theorie hat jede Nachfrage einen Einfluss auf den Preis. Praktisch jedoch nicht - dafür sind zu viele Zertifikate am Markt. Langfristig werden die Zertifikate durch das Set-up des Emissionsrechtehandels immer knapper. Diesen Effekt verstärken wir.
Nach der offiziellen Zählung der EU Kommission von Mai 2022 waren 2021 über 1,449 Mrd. Zertifikate auf dem Markt und weitere 2,6 Mrd Zertifikate in der Marktstabilitätsreserve.
Für die vollständige Dekarbonisierung von Kapitalanlagen im Wert von 1 Mrd. Euro benötigen wir - natürlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Portfoliostruktur - erfahrungsgemäß nur Emissionsberechtigungen für ca. 30.000 bis 50.000 Tonnen.
Die Menge der erlaubten Emissionen ist durch die Anzahl der Zertifikate vorgegeben. Der einzig gangbare Weg für verbesserten Klimaschutz ist die direkte Reduktion der Menge.
Genau das machen wir: Wir kaufen Emissionsrechte, so dass sie anderen nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch ein hoher Preis für eine Emissionsberechtigung ändert an der Gesamtmenge nichts, er bestimmt nur die Verteilung der Rechte.
Es werden zuerst diejenigen einsparen, die die geringsten Grenzvermeidungskosten haben. Das sind diejenigen, für die die Einsparung einer weiteren Tonne CO₂ wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Wer das ist und wo in Europa diese Einsparung erfolgt, wissen wir nicht. Für das Klima ist das auch irrelevant.
Tendenziell betrifft es Unternehmen, die sich in der Vergangenheit eher wenig mit einer energetisch effizienten Produktion beschäftigt haben. Investoren beschleunigen somit indirekt durch ihr Handeln den Technologiewandel.
Finanzspekulation funktioniert nur, wenn sich die Zertifikate verknappen, also tatsächlich irgendwann genutzt werden. Das muss nicht zwingend im laufenden Jahr der Fall sein, aber irgendwann in der Zukunft werden die Rechte genutzt, sonst würde der Preis nicht steigen. Mit Wirtschaftsgütern, die keinen Wert haben, kann man nicht spekulieren.
Diesen zukünftigen Ausstoß des Endnutzers des Zertifikats verhindern wir auch, wenn wir heute einem Finanzinvestor ein Verschmutzungsrecht abkaufen.
Der Kunde bekommt von uns eine Urkunde ausgestellt, in der wir den Kauf und die Stilllegung von Emissionsrechten (EUA) bestätigen.
Nach Abschluss der Transaktion rechnen wir centgenau ab und stellen alle Belege des an der Börse agierenden Zertifikatehändlers zur Verfügung. Der Eingang der Emissionsberechtigungen auf dem Unionsregisterkonto der Stiftung wird sowohl durch ein Schreiben des Stiftungsvorstands als auch einen Kontoauszug belegt.
Früher war das tatsächlich der einfachste Weg und wäre auch heute technisch noch möglich. Nach der Einführung der Marktstabilitätsreserve (MSR) würden wir damit jedoch unseren Wirkungsgrad reduzieren.
Grund dafür ist, dass bei Überschreiten eines Schwellenwertes ungenutzte Zertifikate dazu führen, dass die Auktionsmenge im Folgejahr um 24 Prozent des Überschusses reduziert wird. Die nicht versteigerten Zertifikate werden dann in die MSR eingestellt und gelöscht, wenn (wie auf absehbare Zeit zu erwarten) die maximale Anzahl an Zertifikaten in der MSR bereits erreicht ist.
Die Löschung von Zertifikaten würde eine Nutzung darstellen und den Wirkungsgrad auf 76 Prozent herabsetzen. Wir wollen, dass die von uns gekauften Zertifikate weiter als „ungenutzt“ gelten, um so die Reduktion der Auktionsmenge im nächsten Jahr nicht zu schmälern und einen 100 prozentigen Wirkungsgrad zu erzielen.
So können wir garantieren, dass die Zertifikate nie wieder in Umlauf gelangen und zur Emission von CO₂ genutzt werden können.
Tatsächlich könnten wir die Zertifikate auch einfach selber halten und nicht nutzen. Ein kleines Risiko würde dabei aber bleiben: Da sie einen Wert haben, könnten wir, wenn irgendetwas richtig schief gelaufen ist, von Gerichten oder Insolvenzverwaltern dazu gezwungen werden, die Zertifikate zu verkaufen. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern.
Dafür ist die Weitergabe an eine Stiftung, die sich dem Klimaschutz verschrieben hat, der beste Weg. Ihr ist es rechtlich verboten, die Zertifikate zu veräußern, weil dies dem Stiftungszweck widersprechen würde.
Nein, es wurden so viele Zertifikate gekauft, dass sie den vom Kapitalanleger zu diesem Zeitpunkt verantworteten CO₂-Ausstoß eines Jahres neutralisieren. Trennt man sich von einem Teil seiner Aktien, hat man dem Käufer einen Teil seiner Verantwortung abgenommen. Eine unterjährige Nachberechnung des verantworteten CO₂-Ausstoßes ergibt daher keinen Sinn.
Wollten wir Geld zurückzahlen, müssten wir einen Teil der Zertifikate wieder verkaufen. Das können wir nicht, weil die Emissionsrechte unmittelbar nach dem Erwerb an eine Umweltstiftung, vorzugsweise die Bundesumweltstiftung, weitergeben werden und wir daher gar keinen Zugriff mehr darauf haben.
Diesen Weg haben wir gewählt, um einen nachhaltigen Klimaschutz sicherzustellen.
Aus Umweltgesichtspunkten braucht sich ein Kapitalanleger keine Sorgen machen. Investoren können unbedenklich in Unternehmen mit den höchsten Erwartungsrenditen investieren, ohne dabei bestimmte Branchen auszunehmen. Der verantwortete CO₂-Ausstoß wird vollständig von CAP₂ neutralisiert.
Andererseits ist diese Kompensation für umweltschädlichere Unternehmen teurer als für umweltfreundliche. Die optimale Portfoliostrukur hängt also indirekt auch wieder von den Emissionen der gehaltenen Unternehmen ab.
Gar nichts. Werden die Öfen wirklich so lange genutzt wie erhofft, wird bei Kompensationsprojekten der Emission in Europa eine Emissionsreduktion in einem anderen Land entgegengesetzt. Bei unserem Ansatz wird die Emission in Europa direkt reduziert. Der Effekt für das Klima ist identisch. Anders als bei Kompensationsprojekten fallen bei uns jedoch keine Kontrollkosten an.
Beim CAP₂-Ansatz ist die Verringerung des CO₂-Ausstoßes unwiderruflich. Gegenüber aufgeforsteten Wäldern, die abbrennen, von Borkenkäfern befallen sein oder einfach in vielen Jahren verrotten können und dabei wieder CO₂ freisetzen, wird bei uns der CO₂-Ausstoß nicht nur zeitlich verschoben.
Zudem ist eine Anrechnung der über Kompensationsprojekte erzielten Emissionsminderungen auf die eigenen Emissionen seit Inkrafttreten der Übereinkunft von Paris nur noch in seltenen Ausnahmen möglich: Typischerweise wird dadurch nur die bereits zugesagte Emissionsminderung des Gastlandes finanziert.
Nein, da die Anzahl der Emissionsberechtigungen exogen durch Gesetze vorgegeben ist, verringern wir nachweislich mit jeder gekauften und nicht genutzten Emissionsberechtigung die Menge der Emissionen in Europa. Dies ist möglich, weil die Teilnahme am Emissionshandel der EU für viele Unternehmen gesetzlich verpflichtend ist und nicht nur freiwillig wie etwa an Handelsplätzen in den USA.
Anders als bei Green-Investment, wo sich nur die Eigentumsrechte an umweltfreundlicheren Industrieanlagen von einem Investor zu einem anderen verschieben, erzielen wir eine echte Reduktion der Emissionen.
Das ist kein Green Washing, sondern echter Klimaschutz.
Der Emissionshandel in den USA und Asien steckt noch in den Kinderschuhen. Die Märkte sind für europäische Käufer nicht gut zugänglich und nicht ausreichend liquide. Hauptproblem ist aber, dass die Teilnahme freiwillig ist. Steigen die Preise, könnten Unternehmen einfach wieder aussteigen. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Stilllegung von Emissionsberechtigungen und der Reduktion von Emissionen ist deshalb nicht garantiert.
Aus diesem Grund neutralisieren wir auch Emissionen aus Nordamerika oder Asien über das EU-Emissionshandelssystem. Für den Schutz des Klimas ist es ohnehin irrelevant, auf welchem Kontinent Emissionen vermieden werden.
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